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Destillerie Willi Peter – Die guten Geister aus der Pfalz

Eine besondere Destillerie in Oberotterbach in der Südpfalz.

© Peter Willi

Die Südpfalz an der Grenze zum Elsass versprüht mediterranes Flair. Von der Sonne großzügig bedachte sanfte Hügel, an denen sich Obst- und Weinanbau abwechseln. Einen Steinwurf vom elsässischen Wissembourg entfernt liegt die Südpfalzdestillerie Willi Peter. Von Bad Bergzabern kommend, sollte man am Ortseingang von Oberotterbach das Tempo drosseln, sonst übersieht man leicht die beiden Schilder, die den Weg zu dieser besonderen Destillerie weisen. Sie liegt unscheinbar zwischen Wohnhäusern versteckt. „Die Destillation und der Obstanbau sind das gemeinsame Hobby von Lusi und mir“, meint Willi Peter lakonisch zu Beginn meines Besuches. Genau genommen ist die Obstbrennerei für ihn und seine Frau mehr als das, sie ist eine wahre Leidenschaft. Haben die beiden erst einmal begonnen, von ihren Bränden zu erzählen, tauchen sie in eine ganz eigene Welt ab.

Seit drei Generationen besitzt Familie Peter aus Oberotterbach in der Südpfalz das Brennrecht. Alles begann als klassischer landwirtschaftlicher Mischbetrieb mit Ackerbau, Viehzucht, Obst- und Weinanbau. Wenn im Winter die Feldarbeiten ruhten, wurde aus dem eigenen Obst Schnaps gebrannt. Bereits als junger Bub schaute Willi Peter seinem Vater dabei über die Schulter. Nach dem frühen Tod des Vaters führte er mit seiner Mutter den Betrieb weiter. Im Laufe der Zeit trennte sich die Familie aber von der Viehzucht, dem Ackerbau und den Weinbergen und behielt lediglich die Obstplantagen. Destilliert wurde nur noch gelegentlich, damit das Brennrecht nicht erlosch. Willi Peters berufliche Laufbahn entfernte sich von der Landwirtschaft und führte in die Medizin. Doch schließlich packte ihn und seine Frau das „Brennfieber“. Er begann, Seminare und Kurse zu besuchen und sich intensiv mit Brennkollegen auszutauschen. Als es gleich bei der ersten Anstellung zur Qualitätsbrandprüfung Auszeichnungen regnete, war der Ehrgeiz entfacht.

„Der Brand kann nicht besser sein als die Qualität der Ernte“

Qualitätsgaranten sind „natürlich Fingerspitzengefühl und Experimentierfreude“, so die Peters. „Aber am wichtigsten ist der Rohstoff: Der Brand kann nicht besser sein als die Qualität der Ernte. Im Destillat findet man die ehrliche Frucht wieder.“ Deswegen hegt und pflegt Willi Peter seine Obstbäume. Oft fährt er nach einem zwölfstündigen Arbeitstag noch in die Anlagen, um nach dem Rechten zu sehen. „Der Anblick von Bienen und Hummeln in meinen Obstbäumen zeigt mir, dass ich hier ein Stück intakte Natur habe. Ich bin ein Naturbursche und wenn ich in meinen Obstgärten bin, ist das für mich Abschalten und pure Erholung.“.

Alle Arbeiten erfolgen per Hand

vom Schneiden der Bäume bis zur Ernte. Wie aufwendig das sein kann, zeigt die Mirabellenernte. Erst werden die Äste geschüttelt, dann die Mirabellen einzeln entstielt und auf ihre Qualität geprüft. „Das ist Knochenarbeit, man hockt den ganzen Tag auf den Knien. Zum Glück bekommen wir jedes Jahr tatkräftige Unterstützung aus dem Familien- und Freundeskreis oder von langjährigen Stammkunden“, berichtet Peter. Die Handarbeit setzt sich bei der Destillation fort, alle Arbeitsschritte werden vom Ehepaar ständig kontrolliert. Bevor die edlen Tropfen in den Verkauf kommen, lagern sie mindestens ein Jahr in Glasballons, Stahltanks oder kleinen Holzfässern. Abgefüllt wird nur nach Bedarf, und erst kurz vor der Abfüllung werden die Brände schrittweise auf Trinkstärke herabgesetzt, damit Destillat und Waldquellwasser sich langsam harmonisieren können.

Kastanien, Mirabellen, Stachelbeeren, Äpfel und Birnen

Das milde Klima der Pfalz eignet sich perfekt für Kastanien, Mirabellen, Stachelbeeren, Äpfel und Birnen. Letztere haben es Peter besonders angetan. Er destilliert fünf sortenreine Brände: Williams-Birne, Streuobstwiese, Alexander Lucas, Gellerts Butterbirne und Conference-Birne. Jeder Brand schmeckt anders und nach der puren Frucht. Man hat quasi das Gefühl, genussvoll in eine reife Birne zu beißen, wenn man diese Brände genießt. Dabei sorgt die Williams-Birne für neue Herausforderungen, denn sie reagiert besonders sensibel auf klimatische Schwankungen – und Jahrgangsverschnitte kommen für Peter nicht in Frage. Die Pfalz ist bekannt für ihre Kastanien und aus denen destilliert Willi Peter einen herausragenden Kastaniengeist. Damit das pure Kastanienaroma in den Geist kommt, müssen die Kastanien für mehrere Wochen getrocknet werden, damit sich das Aroma intensiviert. Anschließend werden die in hochprozentigen Alkohol eingelegt. Je nach Jahrgang kann es zwischen ein und drei Wochen dauern, bis die Kastanien ihr volles Aroma freigegeben haben. Bei der Entscheidung, wann der Zeitpunkt des Destillierens gekommen ist, verlässt sich Peter voll und ganz auf sein sensorisches Empfinden. Weitere Höhenpunkte sind der Stachelbeergeist und die unterschiedlichen Tresterbrände. Ob aus Spätburgunder, Riesling oder Scheurebe, man schmeckt bei jedem die Rebsorte heraus.

Die Destillate kann man entweder über den eigenen Internetshop bestellen oder mit Voranmeldung direkt in Oberotterbach kaufen.

 

 

Praktische Informationen

Südpfalzdestillerie Willi Peter
In den Birken 10
76889 Oberotterbach
Tel.: 06342/7889
Für weitere Informationen klicken Sie hier: Südpfalzdestillerie Willi Peter


Restaurants, in denen es die Destillate von Willi Peter gibt

Restaurant Walram im Schlosshotel Bad Bergzabener Hof

Königstraße 55
76887 Bad Bergzabern
Tel.: 06343/936590
Für weitere Informationen klicken Sie hier: Walram

Restaurant VLET
Sandtorkai 23
20457 Hamburg
Tel.: 040/334753750
Für weitere Informationen klicken Sie hier: VLET

Nett’s Restaurant und Landhaus
Meerspinnstraße  46
67435 Neustadt – Gimmeldingen
Tel.: 06321/60175
Für weitere Informationen klicken Sie hier: Nett’s Restaurant und Landhaus

Hotel Restaurant Prinzregent
Unter dem Kloster 1
67480 Edenkoben
Tel.: 06323/9520
Für weitere Informationen klicken Sie hier: Prinzregent

Hotel Restaurant Waldhaus Wilhelm
Kalmitstr. 6
67487 Maikammer
Tel.: 06321/58044
Für weitere Informationen klicken Sie hier: Waldhaus Wilhelm

Landhaus Am Hirschhorn
Am Hirschhorn 12
76848 Wilgartswiesen
Tel.: 06392/581
Für weitere Informationen klicken Sie hier: Landhaus Am Hirschhorn

 

 

 

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