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Deidesheim - ein Paradies für Gourmets und Gourmands

Wer nach Deidesheim an der Deutschen Weinstraße fährt, kommt garantiert auf seine Kosten: Die Kleinstadt bietet neben ihrer Geschichte und ihren Sehenswürdigkeiten allerlei für den Gaumen - von der Spitzengastronomie bis zu urigen Weinstuben.

Der Deidesheimer Hof mit den Restaurants Schwarzer Hahn und St. Urban © Deidesheimer Hof

Die Pfalz ist eine Reise wert: Pfälzerwald und Weinberge laden zu Ausflügen ein, und auch an vielfältigen Einkehrmöglichkeiten fehlt es nicht. In Deidesheim hat der Besucher die Qual der Wahl, denn die Kleinstadt mit rund 3.700 Einwohnern bietet für jeden Geschmack und Geldbeutel interessante Adressen. Das mediterran anmutende Klima lässt Feigen, Mandeln, Bitterorangen, Zitronen, Kiwis, Walnüsse und Edelkastanien gedeihen, die auch in den Restaurantküchen verarbeitet werden, ganz zu schweigen von den Trauben, die in den ansässigen Weingütern zu edlen Tropfen werden.

Das seit 1990 mit einem MICHELIN Stern ausgezeichnete Restaurant „Schwarzer Hahn“ begrüßt seine Gäste in einer noblen Umgebung. Im imposanten Kreuzgewölbe des Deidesheimer Hofs erwartet den Gast ein Feuerwerk an zum Teil ungewöhnlichen Produkten wie Perlhuhnbäckchen, Hahnenkämme und Lammzungen sowie verführerischen Aromen. Küchenchef Stefan Neugebauer verbindet das unverwechselbare Flair der Region mit hoher Kochkunst und lässt sich bei seinen Kreationen vom Nachbarland Frankreich inspirieren, ohne jedoch die französische Küche zu imitieren.

Der Feinschmecker spürt förmlich Neugebauers Lust, Bewährtes neu zu interpretieren und dabei Tradition mit Innovation zu verknüpfen. Das Gesicht und die geerdeten Werte der Pfalz wandelt er mit Respekt ab. So wird der Saumagen mit Gänseleber und Trüffel geadelt. Der Hamachibauch mit Sesam im Noriblatt mit Erdnuss, Chili und jungen Bohnen sorgt für eine japanische Note: „Wir sind ganz klar an der französischen Haute Cuisine ausgerichtet und binden Einflüsse aus der leichteren japanischen Küche ein, das lässt sich in einem Menü für den Gast sehr gut kombinieren“, so Küchenchef Stefan Neugebauer. Zum Dessert wird der Gast mit einer Tarte Tatin verzaubert.

Wer traditionelle Pfälzer Landhausküche mit Pfiff in geschmackvollem und gemütlichem Ambiente vorzieht, besucht das zweite Restaurant im Deidesheimer Hof, das „St. Urban“. Hier zeigt Küchenchef Till Gerwinat, dass Pfälzer Küche weit mehr ist als der inzwischen weltberühmte Saumagen, der im „St. Urban“ nicht nur klassisch mit Kartoffelbrei und Sauerkraut, sondern auch als Carpaccio mit Schnittlauchvinaigrette und Croûtons kredenzt wird.

Außerdem wartet das mit einem Bib Gourmand ausgezeichnete Restaurant mit leckeren authentischen Gerichten auf. Aktuell auf der Speisekarte ein Rehrücken aus heimischer Jagd mit Preiselbeerbirne, Rahmwirsing und Spätzle oder Egli-Filets aus dem Bodensee mit Kapern-Zitronenbutter, Blattspinat und Petersilienkartoffeln. „Im St. Urban bieten wir eine verfeinerte regionale Küche, ganz im Einklang mit der Tradition des Hauses. Unsere Produkte beziehen wir größtenteils aus der erweiterten Region, beispielsweise beliefert uns ein einheimischer Jäger direkt“, so Gerwinat. Die Weinauswahl umfasst gute Tropfen von über 50 Weingütern der Region.

Das seit 1160 aus einem Pilgerhospiz der Zisterzienser-Abtei Eußerthal entstandene „Gasthaus zur Kanne“ gilt nach eigenen Aussagen als das älteste Gasthaus der Pfalz. Im September 2004 haben Florian Winter und seine Frau Karin die gastronomische Leitung übernommen, seit Februar 2010 sind sie Inhaber. Das mit einem Bib Gourmand ausgezeichnete Restaurant verfügt über mehrere Räume - von der rustikalen Weinstube über die mit antiken Fayence-Öfen ausgestattete Geißbockstube bis zur mediterran anmutenden Kannenstube. In diesem historischen Ambiente verwöhnen Florian und Karin Winter ihre Gäste mit der typischen Pfälzer Herzlichkeit. Saisonale Produkte aus dem Umland, von Küchenchef Florian Winter handwerklich gut verarbeitet, prägen den Küchenstil. „Unsere Küche ist modern, aber nicht modisch. Die Basis ist klar die französische Küche, jedoch mit regionaler Ausrichtung auf die Pfalz. In vielen Gerichten lebt die Geschmackserinnerung an die Kochfertigkeiten meiner Großmutter - nur dass man heute nicht mehr ganz so deftig speist“, so Winter.

Winters Herzensanliegen ist, möglichst viel selbst herzustellen: „Pasteten, Fonds und Saucen, allerlei Gerichte aus Kartoffeln und Gemüse, Dips, Marmeladen, Eis, Speck, Schinken und Saumagen und immer mehr Wurst … Auch wenn der Aufwand groß ist, es lohnt sich, unsere Stammgäste schätzen genau das“, erklärt Florian Winter, der genau über die Herkunft jedes Tiers Bescheid weiß. Auf der Speisekarte finden sich sowohl Klassisches wie der Steinpilz-Saumagen vom Donnersberger Wollschwein mit Kartoffel-Rahmkohlrabi als auch Kompositionen, die nicht aus dem Pfälzer Repertoire kommen, wie Piccata Milanese aus der Wollschweinkeule mit karamellisierter Ochsenherztomate und Polenta oder das Andalusische Thunfischsteak aus der Grillpfanne mit Aubergine und Safranrisotto. Das ansprechende Weinangebot mit Gewächsen aller herausragenden Pfälzer Weingüter sowie weiterer deutscher Weinanbaugebiete rundet das Ganze ab.

Mit dem im Ketschauer Hof beherbergten „Freundstück“ steht ein weiteres kulinarisches Highlight auf der gastronomischen „Must-be“-Liste von Gourmets. Den Gast erwartet im mit einem MICHELIN Stern ausgezeichneten Restaurant Genuss pur in modernem stilvollem Ambiente. Seit Januar 2014 steht die Küche unter der Leitung von Daniel Schimkowitsch, der zugleich kreative Perfektion und perfekte Kreativität auf herausragendem Niveau bietet. Dass Kochen für den experimentierfreudigen Küchenchef „nichts anderes als Leidenschaft sein kann“, versteht sich nicht nur von selbst - der Gast, dem die Wahl zwischen dem Kalbsbries Berliner Art mit Lauch, Malz und Calvadosjus oder Schimkowitschs Signature Dish, dem Carbonara, Eigelb, Schinken, Royal Kaviar und Parmesan sicher schwerfällt, schmeckt es förmlich.

Das „Freundstück“ verwöhnt mit Köstlichkeiten der besonderen Art, bei denen der Küchenchef alle Register der französischen Haute Cuisine zieht. Auch das Verkohlte Rind mit Sommertrüffel und Teriyaki hat Daniel Schimkowitsch kreiert: „Mein Credo ist, sich von allem inspirieren zu lassen und sich aber gleichzeitig von althergebrachten Kochgewohnheiten frei zu machen. Ich möchte das Hauptaugenmerk auf das Spitzenprodukt, das ich verarbeite, lenken. Dabei genügen ein bis zwei Komponenten, um dieses Produkt die Hauptrolle spielen zu lassen“, so der gebürtige Bayer, der das diffizile Spiel mit Texturen und Aromen sowohl optisch als auch geschmacklich hervorragend beherrscht.

Praktische Informationen

Schwarzer Hahn
Am Marktplatz 1
67146 Deidesheim
Tel.: 06326/96870
Für weitere Informationen klicken Sie hier: Schwarzer Hahn

St. Urban
Am Marktplatz 1
67146 Deidesheim
Tel.: 06326/96870
Für weitere Informationen klicken Sie hier: St. Urban

Freundstück
Ketschauerhofstr. 1
67146 Deidesheim
Tel.: 06326/70000
Für weitere Informationen klicken Sie hier: Freundstück

Gasthaus zur Kanne
Weinstr. 31
67146 Deidesheim
Telefon 06326/96600
Für weitere Informationen klicken Sie hier: Gasthaus zur Kanne

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